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| Vom Urknall zum Durchknall: Die absurde Jagd nach der Weltformel
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Nicht ganz falsch aber nicht überzeugend begründet
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Alle meine Rezensionen ansehen (VINE®-PRODUKTTESTER) Rezension bezieht sich auf: Vom Urknall zum Durchknall: Die absurde Jagd nach der Weltformel (Gebundene Ausgabe) Zum größten Pluspunkt zuerst: das Buch ist flott geschrieben, man kann es in einem Zug durchlesen; und zwar auch ohne besondere naturwissenschaftliche Vorbildung. Da es ziemlich scharfe Angriffe enthält, scheint es beinahe jeden zu einer klaren Position zu zwingen (entweder einen Stern oder fünf Sterne). Der Inhalt läßt sich auf folgende Kernthesen zusammenfassen: - viele gegenwärtige theoretische Veröffentlichungen zur Kosmologie/Elementarteilchenphysik haben keinen Bezug zur physikalischen Wirklichkeit; und - der Wissenschaftsbetrieb ist von Seilschaften dominiert, die ihre soziale Macht nutzen, um unsinnige Theorien zu etablieren und abweichende Ansichten zu unterdrücken. Beide Punkte sind sicher nicht ganz falsch. Es stellt sich natürlich jeweils die Frage nach Alternativen: beim ersten Punkt vertritt der Autor einige eigene Ideen (abweichende Gravitation bei sehr kleinen Beschleunigungen, möglicherweise nichtkonstante Lichtgeschwindigkeit), die natürlich genauso als Spekulation abgetan werden könnten wie die von ihm kritisierte Stringtheorie. Einen wirklichen Verbesserungsvorschlag zur Organisation der Wissenschaft sehe ich im ganzen Buch nicht (eine bessere Zugänglichkeit der Rohdaten zu fordern, ist natürlich in Ordnung). Manche Physiker werden sich beim Lesen sicherlich auch massiv ärgern und das Buch als großmäulige Kritik von jemandem empfinden, der keine eigenen Forschungsleistungen vorzuweisen hat, aber einer größeren Anzahl von Nobelpreisträgern unterstellt, sie hätten ihren Preis zu Unrecht erhalten. Auch das ist nicht ganz falsch, widerlegt aber noch nicht die Kritik. Hauptschwäche des Buches sind m.E. einige Inkonsistenzen. Der Autor scheut sich nicht, Autoritäten zu kritisieren; aber er beruft sich dabei oft selbst auf Autoritäten, die ihm sympathisch sind. Viele der heftig kritisierten Veröffentlichungen stammen von arXiv.org; es wird nicht klar, ob sie danach je in eine Fachzeitschrift gelangt sind; falls nein, wäre das gerade ein Argument zugunsten der "herrschenden Seilschaften" und ihrer Tätigkeit beim peer review. Physikalische Theorien sollen nach der Anzahl der freien Parameter beurteilt werden (!?), aber das Standardmodell, das den Teilchenzoo einigermaßen geordnet hat, scheint auch nicht geheuer zu sein. Physiker sollten mal in Erwägung ziehen, dass die Lichtgeschwindigkeit vielleicht nicht konstant ist - aber dass sie von der Wellenlänge abhängen könnte (quantum loop gravity), wird auch als Unsinn lächerlich gemacht. Insgesamt ein gut geschriebenes Buch, das in der Tendenz recht hat, aber zu vieles zu pauschal kritisiert - offenbar wollte sich da einer mal richtig Luft machen.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 7. November 2010 | | | | | | | |
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