Digitale Astrofotografie: Grundlagen und Praxis der CCD- und Digitalkameratechnik


 
Un-Praxis
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Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Digitale Astrofotografie: Grundlagen und Praxis der CCD- und Digitalkameratechnik (Gebundene Ausgabe) J. Endras hat völlig Recht! Das Buch hat Beta-Status. Auch ich war zunächst von der teilweisen, technischen Tiefe verblüfft. Bald war ich enttäuscht weil sich kein zusammenhängendes Bild einstellen wollte. Zum Beispiel ist man nach der Lektüre als Einsteiger in das Thema noch nicht in der Lage einfache Übersichtsaufnahmen des Sternenhimmels mit kurzen Brennweiten auf einem Fotostativ zu machen. Die dazu nötigen Vorraussetzung habe ich nicht gefunden, dabei kann man sie auf einer halben Seite auflisten. Ausserdem hat jeder DSLR-Besitzer das nötige Equipment bereits im Schrank.

Sogar ganz ohne Stativ lässt sich im Automatikmodus "Feuerwerk" schon mal ein Schnappschuß machen. dieser Modus verlängert die Belichtungszeit nämlich soweit möglich; Olympus-Kameras berücksichtigen sogar den Bildstabilisator. So etwas muss erwähnt werden! Aber es scheint die Autoren können sich nicht in einfache Anwendungsfälle hineindenken, und daraus komplexere ableiten. Ein Astrofotograf scheint für sie ein Amateur-Astronom der seine DSLR ab und an gerne auf den Nachthimmel richtet.

Den von einem anderen Kritiker hier als "tiefgehend" bezeichneten Inhalt empfinde ich als das Glossar-Einträge die zu Kapiteln wurden. Dieses Buch gleicht eher einem Lexikon ohne verbindende Bezüge. Vor allem ohne konkrete Anwendungsfälle von denen ausgehend man bei Bedarf nachlesen könnte.

Zum Beispiel wird man in diesem Buch mit vielen Formeln und Tabellen bedacht, und weiß garnichts damit anzufangen. Um etwa die max. Belichtungszeit bei ruhender Kamera (also auf einem Stativ) bei einer gegebenen Brennweite zu ermitteln, wollen die Autoren, daß man die Winkel des eigenen Standorts zum Himmelsäquator plus die Größe der Fotodioden auf dem Sensor seiner Kamera kennt! Die vollkommen ausreichende Faustformel "Sekunden = 420 / Brennweite" fand ich erst bei Wikipedia. Die vergleichsweise aufwändigen Berechnungen der Autoren sind damit verglichen nur um etwa 5-8% genauer - sofern man die Parameter genau bestimmen konnte, weil die Formel sonst Unsinn ergibt. Mit "Sekunden = 420 / Brennweite" passiert das wohl eher nicht.

Ich glaube die Autoren wissen nicht für wen sie das Buch eigentlich schreiben. Dem Titel zum Trotz richten sie sich eher an engagierte Amateur-Astronomen. Man merkt wohl, dass die Autoren das Hobby seit vielen Jahren betreiben und sich eigene, kleinere Teleskopstände eingerichtet haben. In der Beschreibung der Fotos steht oft "Aufgenommen in der Sternwarte Bernd Koch" (einer der Autoren). Diese Stern-Wärtchen sehen wie halbierte Gartenhäuschen aus dem Baumarkt aus. Alleine der Untertitel "Sternwarte" ist prächtig. Trotz des Anspruchs aus einer Sternwarte zu stammen werden aber in den Beschreibungen der Fotos die wirklich wichtigen Informationen (Brennweite, Belichtungszeit, Teleskoptyp, Montierung, Kamera) nicht oder nur teilweise abgedruckt.

Der Leser findet in diesem Buch ausserdem langwierige Beschreibungen zur Bedienung von Spezialsoftware zum Stacken von Aufnahmen und der Bearbeitung mit Photoshop. Man macht das um viele Einzelaufnahmen von Planeten zu einem scharfen Bild zu verschmelzen. Spätesten nun dürften die meisten Leser die Seiten gleich büdenlweise umblättern. Man müsste ja erst einmal in der Lage versetzt worden sein die Sterne mit der eigenen Kamera als nadelscharfe Punkte abzulichten. Doch wie man dieses allererste Ziel beim Fotografieren des Nachthimmels erreicht wurde noch nicht klar.

Sicher, die Literatur zur Astrofotografie ist schmal, und der Preis des Buchs angesichts der Beträge die man für das Hobby ausgeben muß klein. Allerdings bieten dedizierte Internetseiten und -foren engagierter Astrofotografen momentan einen besseren Einstieg. Man muß bloß einmal nach "Balkonsternwarte" suchen und ein paar Threads durchlesen. Mit etwas Willen kann man noch am selben Abend erste Übersichtsaufnahmen machen. Das dürfte einem mit diesem Wälzer kaum gelingen.

Die Autoren befinden sich nämlich irgendwie schon in der anderen Welt. So führen sie nicht heran sondern konfrontieren. Es ist eben nicht so leicht ein Buch zu schreiben. Das gelingt jedenfalls nicht indem man einfach alles aufschreibt was man weiß.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 13. August 2010
Kundenrezensionen:
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2. Un-Praxis (die aktuell angezeigte Rezension)
1. Nichts für Planeten-Fotografen!
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